Anlässlich der Verabschiedung der Novelle im parlamentarischen Sozialausschuss probten gestern das Bündnis gegen die AlVG-Novelle“ ab 15 Uhr vor dem Parlament den SklavInnenaufstand.
Auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude versammelten sich VertreterInnen der Initiative für einen kämpferischen und demokratischen ÖGB, VertreterInnen der ÖH Uni Wien und verschiedener Fakultäten, SLP, sowie VertreterInnen der Arbeitsloseninitiativen in und außerhalb des Vereins ArbeitslosensprecherIn. Anfängliche Befürchtungen, zu wenig Arbeitslose zum Erscheinen und Mittun mobilisieren zu können, erwiesen sich als unbegründet. Sie kamen mit Masken, Peitschen und anderen Geräten zur zweckgerechten Motivierung der SklavInnen.
Doch auch die Politiker Gusenbauer, Molterer, Bartenstein, Haberzettl, Leitl waren erschienen, die Sozialdemokraten trugen den parteizugehörigen Gesinnungsausweis im Hemdkragen und Knopfloch. Nicht umsonst waren sie maskiert. Gusenbauer drosch seine Phrasen und ließ sich von Haberzettl gesanglich akkordieren und apportieren. Währenddessen brachte der Trainercapo den angeketteten Arbeitslosen vor allem Respekt und die TrainerIn Gesundheitsbewusstsein und Persönlichkeitsbildung bei. Plötzlich ertrötete das Signal zum Aufstand und die Sklaven zogen ihre Ketten um Politiker, Trainer und Gewerkschafter zusammen und fesselten sie.
Sie ergriffen das Mikro und erklärten den Anwesenden, zu denen sich weitere SympathisantInnen PassantInnen gesellt hatten, die Kern- und Knackpunkte der AlVG-Novelle und ihre Auswirkungen auf die Arbeitslosen und Beschäftigten.

Weitere Stellungnahmen kamen von VertreterInnen der gewerkschaftlichen Initiative, der SLP, einer ehemaligen Telekom-Beschäftigten und Lukas Wurz von den Grünen, der berichtete, dass im Zuge der Anti-AlVG-Kampagne hunderte von mails empörter Arbeitsloser an die Abgeordneten gegangen waren.

In meiner Erinnerung ist dieses Anti-AlVG- Spektakel die erste öffentliche Aktion, die sich ausschließlich dem Thema Arbeitslosigkeit widmete und die überwiegend von Arbeitslosen getragen wurde. Mag sein, dass die Zahl von ca 50 TeilnehmerInnen, verglichen mit dem, was man in Wien bei Demonstrationen zu weniger peinlichen politischen und sozialen Themen gewöhnt ist, gering ausfällt: Im Verhältnis zu dem, was wir bisher an öffentlichen Aktionen oder Versammlungen auf die Beine stellten, ist der gestrige Tag entschieden als Erfolg zu bewerten! Dazu haben wir in der linken Gewerkschaftsbewegung und Teilen der ÖH BündnispartnerInnen gefunden, mit denen eine weiter Zusammenarbeit sicherlich sinnvoll ist.